„Hilf mir, es selbst zu tun!“ – Methodentraining am THG

methoden 1Wie soll ich das bloß machen?

… Ein Wort nachschlagen, ein Referat halten, ein Gedicht lernen, das Geodreieck richtig benutzen, eine Mindmap erstellen, ein Diagramm zeichnen, genau lesen, richtig markieren, den Computer benutzen oder auch nur den Ranzen packen?

Wenn Kinder die Grundschulen verlassen, müssen sie sich immer mehr auf eigenständige Lern- und Arbeitstechniken verlassen können, um im Schulalltag bestehen zu können – und das sollte Schritt für Schritt gelernt werden und zwar nicht ausschließlich an festgelegten Methodentagen, die bei Schülern sehr schnell als überflüssig abgetan werden, sondern über die ganze Schulzeit verteilt.

Ziel einer gelungenen gymnasialen Ausbildung ist das Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife. Hierzu ist nicht nur der Erwerb von Fachwissen nötig, sondern das Erlernen und zielorientierte Einsetzen von Arbeits- und Lerntechniken, die Schülerinnen und Schüler jeden Tag in fast jedem Unterricht anwenden – dies jedoch oft unbewusst. Um sich Methodenkompetenz anzueignen, ist es wichtig, die Lern- und Arbeitstechniken zu reflektieren, um sie fortwährend zu optimieren. Nur so wird man sie später erfolgreich in Studium und Beruf anwenden können.

Das Theodor-Heuss-Gymnasium hat in den letzten drei Jahren ein neustrukturiertes Methodentraining aufgebaut. Dabei wird Bewährtes methoden 2weitergeführt, aber um neue Ideen bereichert. So  rückt z.B. die Einführung in das Arbeiten mit Textverarbeitungs-, Tabellenkalkulations- und Präsentationsprogrammen stärker in den Fokus, auch dem Thema Internetsicherheit wird mehr Raum gegeben.

Unser Methodenkonzept, das fest in den Fachunterricht eingebunden ist und für jede Jahrgangsstufe von 5 – 10 gilt, ist ein curriculares System, das heißt, das manche Themenfelder auch in höheren Klassen in neuem Zusammenhang aufgegriffen bzw. weitergeführt werden.  

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe werden dadurch befähigt, eine Facharbeit von der Recherche bis zur Fertigstellung bewerkstelligen zu können.

 

Was sind Methoden?

Hilf mir, es selbst zu tun, war ein Leitspruch der Reformpädagogin Maria Montessori. Im Prinzip bedeutet Methodenkompetenz nichts anderes, als dass die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, Bildungsprozesse zunehmend selbst zu steuern. Es geht um die Fähigkeit, sich selbstständig in den Informationsangeboten zu bewegen, die Überfülle des verfügbaren Wissens zu strukturieren, Nötiges auszuwählen, Unnötiges zu verwerfen, das Wissen für sich zu nutzen und es auch darstellen zu können. Solches Methodenwissen muss von klein auf aufgebaut werden. Es beginnt mit ganz einfachen Schritten, wie dem eigenständigen Organisieren und Bewältigen von Hausaufgaben, dem Heraussuchen von Informationen, dem Gliedern und Strukturieren von Texten, dem Markieren von Schlüsselbegriffen, bis hin zu Methoden, die zur Oberstufenarbeit hinführen, wie z.B. dem eigenständigen Mitschreiben von Unterrichtsinhalten, dem Halten umfangreicherer Referate und dem Zitieren. Eine wesentliche Rolle spielen auch soziale Kompetenzen, die besonders in Klasse 5 und 6 unterstützend durch das Programm zur Primärprävention „Schülerinnen und Schüler stärken – Konflikte lösen“ (ProPp) thematisiert werden.

 

Was ist neu?

Die Schülerinnen der 5. und 6. Klasse führen einen Methodenordner, der von  allen Fächern gefüllt wird und auf den wiederum alle Fächer zugreifen. Dieses Methodencurriculum wird in allen Klassen der Sekundarstufe weitergeführt. Ziel ist die stärkere Verankerung der Methodenkompetenz in der Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler. Methoden sollen nicht nur einmalig an Methodentagen eingeführt werden, sondern dauerhaft in der schulischen Arbeit präsent sein. Basis für diese Arbeit ist der schuleigene Methodenlehrplan, der in allen Klassenstufen auf der gleichen Organisationsstruktur aufbaut (siehe Tabelle). Dabei kommen je nach Klassenstufe einzelne Bausteine dazu, z.B. erhalten die Schülerinnen in Klasse 5 eine Einführung in Word, in Klasse 9 eine Unterweisung in PowerPoint.

 

Methoden

I.

 Arbeit organisieren und Lerntechniken

II.

 Textarbeit und Informationsbeschaffung

III.

 Präsentation: Dokumentation und Vortrag von Ergebnissen

IV.

 Kommunikationstraining

V.

 Soziales Lernen, Teamfähigkeit

VI.

 Medienerziehung: Internetsicherheit und Datenspeicherung

VII.

 Medienerziehung: Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen (Word)

VIII.

 Medienerziehung: Umgang mit Tabellenkalkulation (Excel)

IX.

 Medienerziehung: Umgang mit Präsentationsprogrammen (PowerPoint)